| Geschichte |
|
Vereinsgeschichte
des SV Ellerbek Bei den älteren Mitgliedern und Freunden wird
diese Chronik manche Erinnerung wieder wachrufen; den jüngeren
Sportlern wollen wir schildern, durch welche Höhen und Tiefen der
Verein in all den Jahren gesteuert wurde. Als am 22.02.1922 13 fußballbegeisterte Ellerbeker
– hervorgegangen aus dem Ellerbeker Turnverein von 1886 – den
Sportverein Ellerbek gründeten, ahnten sie sicherlich nicht, welchen
Weg dieser Verein in unserem Stadtteil beschreiten würde. Die Auswirkungen des 1. Weltkrieges mit
wirtschaftlicher Not und inflationären Verhältnissen kennzeichneten
die Gründungszeit. Trotzdem verstanden es die 13 Gründer, den Kreis fußballbegeisterter
Sportsfreunde schnell zu vergrößern. Schon im Jahr 1924 wurde der
Verein dem „Norddeutschen Sportverband“ angeschlossen. Vorhanden
waren zu diesem Zeitpunkt bereits 3 Herren- und 3 Jugend-Fußballmannschaften
sowie eine Damen- und eine Herren Schlagballmannschaft. Im Schlagball
errangen unsere Herren schon 1925, 1927 und 1929 und unsere Damen 1929
die Landesmeisterschaft. Die Breitenarbeit des Vereins wurde ebenfalls gefördert,
so waren 1930 außerdem eine Handball-, eine Tischtennis- und eine
Wanderabteilung gegründet worden, die sogar heute noch regen Zuspruch
erhält. Der Idealismus der Mitglieder ging so weit, dass in
freiwilliger Arbeitsleistung auf dem Gelände des damaligen
Ballastberges eine Sportplatzanlage hergerichtet wurde. Es ist zu erwähnen,
dass im Zusammenhang mit diesem Platzbau etwa 7.000 Kipploren Erde
bewegt und bis zur Herrichtung der Spielfläche 5.000 m³ Mutterboden
herangeschafft werden mussten. Die Fußballtore, die Barriere, das
Kassenhäuschen, die Umkleideräume und das Eingangstor wurden mit Hilfe
eingebrachter Spenden erworben. In Gegenwart prominenter Gäste konnte diese
selbstgeschaffene Sportplatzanlage am 16.11.1930 seiner Bestimmung übergeben
werden. Das Einweihungsspiel bestritt unsere Mannschaft als Kreisligist
gegen die damalige Oberligamannschaft der FSV Borussia Gaarden. Anlässlich der Platzeinweihung wurde eine Festschrift herausgegeben, die mit den nachstehenden Worten schloss: „Wo einst holpriges, steiniges Gelände war, ist
jetzt eine ebene Fläche entstanden, die frohem Spiel und damit körperlicher
Ertüchtigung dienen soll. Viele haben am Werk geschaffen, einige mit
bewunderungswürdiger Hingabe und Treue. Still und ruhig haben Sie
gewirkt.
Der Sache und dem Werk zu dienen war ihr Gedanke. Namen zu nennen ist
deshalb verfehlt. So bleibt der SVE-Sportplatz die Tat der Namenlosen.
Ihr Beispiel sei Ansporn nachzueifern. Möge die Zukunft des SVE unter
einem glücklichen Stern stehen, die SVE`er selber halten es mit
Schleswig-Holsteins Art und Wort: „Jungs holt fast“. Die Ellerbeker Sportjugend hatte eine Heimat. Aber
nicht lange sollte dieser Zustand währen. Schon im Jahr 1938 wurde
diese Sportstätte ein Opfer der Kriegsvorbereitung Hitlers. Gerade
diese Anlage, die ausnahmslos den Sporttreibenden gewidmet war, musste
dem Gelände des damaligen Marinearsenals eingegliedert werden. Als heimatloser Verein fanden unsere Mannschaften
Spielrecht auf den Plätzen der Nachbarvereine. Spürbare Nachteile
traten in Erscheinung. Nicht nur der Platzverlust, sondern auch das
Ausbleiben der Zuschauer fügten uns erheblichen Schaden zu. Der 2. Weltkrieg nahm uns eine große Anzahl
Sportler. Insgesamt drei Mannschaften starben auf den europäischen
Schlachtfeldern oder blieben auf See. Unendlich viele Rückschläge
brachten auch die Nachkriegsverhältnisse. Aber schließlich konnte im
Jahr 1947 die Vereinsarbeit wieder aktiv aufgenommen werden. Der uns von
der Stadt Kiel ersatzweise überlassene Sportplatz am „Unteren
Radsredder“ der 7 riesige Bombentrichter aufwies, wurde von den
Mitgliedern wieder in freiwilliger Arbeitsleistung beispielhaft
hergerichtet. Im Herbst 1947 konnte auf diesem Platz das erste
Spiel ausgetragen werden. Bereits im Jahr 1949 wurde das auf der
Platzanlage erbaute Vereinsheim seiner Bestimmung übergeben. Eine auf
der Platzanlage angelegte Gedenkstätte für die gefallenen und
verstorbenen Vereinsmitglieder wurde 1955 eingeweiht. In unermüdlicher Kleinarbeit wurde weiter am
Aufbau des Vereins gearbeitet. In den 70`er Jahren spielte die Liga auf
Kreis- und Bezirksebene, es wurde viel Gewicht auf die Jugendarbeit und
den Breitensport gelegt. So gab es neben dem Fußball unter anderem die
Handballabteilung, die Tischtennissparte, das Damenkegeln und die
Schachsparte. In den 80`er Jahren begann der unaufhaltsame Aufstieg der
Fußball-Liga in die Verbandsliga, die nach einigen Auf und Ab seit 1995
gehalten wird. Verschiedene Breitensportgruppen kamen und gingen, so
dass heute der Verein über eine Fußballabteilung, eine Handballsparte,
eine Volleyballgruppe und eine Turnabteilung verfügt. Die Geselligkeit
wird im Verein ebenfalls noch groß geschrieben, der Altherrenverband kümmert
sich um die Wandergruppe und den Häkelbügelclub, die Arbeitsgruppe um
die Pflege der Sportanlage. Als weiteres wichtiges Ereignis im Verein galt die Renovierung und Erweiterung des Vereins- und Jugendheims im Jahr 1982. Unter großer Tatkraft vieler Vereinsmitglieder und des 1. Vorsitzenden Dieter Langhof entstand ein kleines Schmuckstück im Stadtteil, das bis heute gerne von vielen Ellerbeker Vereinen und Bürgern besucht wird. Beim Umbau haben alle mit angepackt, sei es als Maurer, Tischler, Fliesenleger, Dachdecker, Elektriker, Gas- und Wasserinstallateur, Maler oder als gute Seele beim Beköstigen der Aktiven. Danach wurde weiter richtig angepackt. 1988 hat die Stadt Kiel nach vielen Eingaben und Beschwerden den „Rotplatz“ renoviert, der lange Zeit von der Ellerbeker Buttgill als Festplatz genutzt wurde und damit nicht mehr bespielbar war. Zeitgleich erneuerten viele fleißige Vereinsmitglieder in der 1987 gegründeten Arbeitsgruppe die Stehtribüne in ehrenamtlicher Tätigkeit. Die Sachmittel wurden von der Stadt Kiel zur Verfügung gestellt. 1995 gaben sich noch einmal der 1. Vorsitzende und mehrere Mitglieder aus der Arbeitsgruppe einen Ruck und legten den Schulrasenplatz trocken, der seit mehreren Jahren eher einer Moorlandschaft glich als einem Fußballplatz. Schließlich renovierten 1996 die Stadt Kiel die
Laufbahn der großen Sportanlage und heute gilt das gesamte Sportgelände
als eine der schönsten Plätze Kiels. Obgleich in den letzten Jahren
sehr viel am Platz getan wurde, bleiben doch viele Wünsche offen. Das
größte Sorgenkind ist die Umzäunung der Sportanlage. Seit vielen
Jahren fordert der Verein eine Erneuerung der Umzäunung, da diese sich
in einem desolaten Zustand befindet. Ebenfalls möchte der Verein die
Bepflasterung der Parkplätze vor dem Vereinsheim und die Zuwegung zur
Wellingdorfer Halle durchsetzen. Im Sommer treibt der Staub in die
Augen, in der kühleren und feuchten Jahreszeit ist ein Pfützenspringen
obligatorisch. Dennoch lebt es sich gut im Verein, denn das Miteinander und die gegenseitige Unterstützung von jung und alt nimmt beim SV Ellerbek einen breiten und wichtigen Raum ein. |